Adriaen van Stalbemt

Antwerpen 1580 – 1662

Allegorie der vier Elemente

Öl auf Holz, parkettiert, 54 x 9 cm

Provenienz: Privatbesitz Genua – Privatbesitz, Österreich.

Literatur:

Klaus Ertz, Christa Nitze-Ertz, Adriaen van Stalbemt 1580 – 1662, Luca Verlag Lingen 2018, S. 132 ff, Farbabbildung 147, Katnr. 125, S. 39 f.

Stalbemts Familie musste aus resligiösen Gründen von Antwerpen nach Holland auswandern, kehrte jedoch gegen 1609 wieder zurück. 1610 wurde er Meister in Antwerpen – seine früheste Ausbildung erlebte er unter dem nordniederländischen manieristischen Einfluss. In Antwerpen jedoch orientierte er sich an seinem großen Vorbild, Jan Breughel d. Älteren, der viel mit dem jungen Rubens zusammenarbeitete und Hendrik van Balen. Allegorien der vier Elemente waren zu dieser Zeit sehr beliebt, sei es als einzelne Bildthemen für die jeweiligen Elemente oder in der Schilderung aller vier Elemente in einem Gemälde. Im Gegensatz zu seinen künstlerischen Vorbildern und Kollegen, die arbeitsteilig die unterschiedlichen Bildthemen wie Figuren, Landschaft oder Architektur separat ausführten, schuf Stalbemt seine Gemälde völlig autonom. Natürlich bediente er sich in seinem Formrepertoire aus dem künstlerischen Fundus seiner Kollegen. Vor allem die Druckgraphiken boten immer wieder Gelegenheit, gewisse Formtypen zu adaptieren. Die weibliche Figur, die das Wasser symbolisiert, stammt sicherlich aus der Auseinandersetzung mit Rubens, während die Allegorie der Erde (Ceres) eher einer italienischen Graphik entnommen zu sein. Doch in diesem Wechselspiel von Adaption und Ideenreichtum liegt der Genius der manieristischen Malerei in den südlichen Niederlanden, die sowohl intelektuelle wie auch emotionael und erotische Elemente aufweist.

Der Experte und Autor der Monographie, Klaus Ertz, hat das Gemälde im Original gesehen und als eigenhändiges und autonomes Werk des Adriaen van Stalbemt bestätigt (13.9.2017).

Preis: aus Anfrage