Pietro de Rossi zugeschrieben

Petersburg 1761 – 1831

 

Offizier im Generalsrang

 

Aquarell und Gouache auf Elfenbein, 8,7 x 7 cm, in Medaillonrahmen

 

 

Der Offizier in dunkelblauer Uniform trägt verschiedene Orden. Besonders hervorzuheben ist der dreiteilige Orden des heiligen Johannes von Jerusalem mit rotem Halsband. Der eigentlich maltesische Orden wurde 1798, nachdem Napoleon die Insel Malta erobert hatte, unter der Führung von Paul I. neu gegründet, bestand in seiner ursprünglichen Form jedoch nur bis 1801. In dieser Zeit war dieser Orden die ranghöchste Auszeichnung, stand noch über dem Orden des heiligen Andreas. Unter der Regierung des Zaren Alexander I. (nach 1817) wurden die Ordensauszeichnung eingestellt und das Tragen der Orden verboten, mit der Ausnahme der Orden, die zwischen 1798 und 1801 verliehen wurden.

Weitere Auszeichnungen sin der Orden des heiligen Georg mit dem weißen Kreuz und das rötliche Kreuz des Vladimirordens. An der linken Brustseite der Stern des St. Annen-Ordens, vom roten Schulterband halb verdeckt der weiße Adlerorden.

Die Uniform mit dem Schulterband und dem hohen roten Kragen spricht für die Zeit um 1800, der Offizier weist Züge auf, die ihn altersmäßig als ca. 60 bis 70 jährigen Mann erscheinen lassen.

 Der Künstler hat ohne jegliche Verschönerung ein realistisches Porträt geschaffen, dass ohne Idealisierung oder Heroisierung auskommt. Als Zeitpunkt der Entstehung können nur die Jahre zwischen 1798 und 1801 in Frage kommen. Es gibt zwar viele Porträts des Generalissimus Alexander Wassiljewitsch Suworow (1730 – 1800), die ihn immer mit der typischen Frisur (den schütteren grauen Haaren zeigen), doch besteht eine gewisse physiognomische Ähnlichkeit mit unserer Miniatur. Er diente vom Siebenjährigen Krieg bis zu den Napoleonischen Kriegen und gehört zu den besten Strategen seiner Zeit. Die Zuschreibung kann momentan nur als Hypothese angesehen werden, doch so besticht die Miniatur ebenso durch ihre intensive künstlerische Aussage.

Da die Miniatur nicht signiert ist, kann man sich momentan auch nur einer Zuschreibung annähern. Aber die Technik, wie die Farben in Gouache-Technik und in breiten Pinselstrichen aufgetragen wurden (besonders in der Kleidung und im Hintergrund), entspricht einer Annäherung an die Ölmalerei. In Russland war vor allem Pietro de Rossi (Petersburg 1761 – 1831) ein Künstler, der neben der klassischen pointilistischen Miniaturtechnik (noch im Gesicht hier erkennbar) die Ölmalerei durch den Auftrag von opaken Gouachefarben zu imitieren versuchte.

Preis: auf Anfrage