Heinrich Friedrich FÜGER

Heilbronn 1751 – 1818 Wien

Damenbildnis in blauem Kleid

Aquarell auf Elfenbein, 5 x 3,5 cm, in Medaillonrahmen

Die Miniatur zeigt eine Dame, die nach der Mode aus den späten 60er Jahren des 18. Jahrhunderts gekleidet ist. Das zeigt sich im rechteckig Dekolleté, das mit Spitzen besetzt ist und in der hochgesteckten etewas gepuderten Frisur.

Stilistisch zeichnet sich die Miniatur durch ihre malerische Struktur aus, die vor allem in der Kleidung und in den Haaren zu beobachten ist. Das Gesicht ist mit zarten und kurzen Pinselstrichen in den Farben Rosa, Gelb und hellem Blau plastisch ausgearbeitet. Der Hintergrund ist neutral in hellem Braun ausgestaltet. Diesen malerischen Ausführungen begegnet man zu dieser Zeit bei Künstlern, die sich sowohl an der französischen wie auch an der englischen Malerei orientierten.

Die Komposition, der Aufbau der Miniatur, zeigt den Oberkörper fast in Profilhaltung, während der Kopf nur etwas zur Seite wiederum dem Betrachter zugewandt ist. Es ist nur eine kleine Bewegung, die aber der Figur eine gewisse Dynamik verleiht. Hier Zeigt sich nun bereits eine Qualität, die von dem Künstler dieser Miniatur ausgeht.

Es ist kein Zufall, dass diese Miniatur aus einer Sammlung in Heilbronn stammt. Und in dieser Stadt porträtierte der junge Heinrich Friedrich Füger bereits prominente Persönlichkeiten aus seiner Heimatstadt – in ähnlichen kleinformatigen Porträts, die auch als Medaillons getragen werden konnten.

Literatur: R. Keil, Heinrich Friedrich Füger, Wien 2009.

Preis: 6.850 €