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Franz Anton Maulbertsch zugeschrieben - VERKAUFT


Langenargen 1724 – 1796 Wien


Christus am Ölberg


nach 1750


Öl auf Leinwand, 70 x 54 cm, in vergoldetem Holzrahmen mit Applikationen


 

Preis:

 



Die Komposition besteht aus drei von einander getrennten Bereichen; den schlafenden Jüngern, dem betenden Christus und Gottvater. Verbunden werden diese Teile durch die Lichtführung, die aus dem Hintergrund nach vorne verläuft, aber nur die Gewänder von Christus und des im Vordergrund liegenden Jüngers beleuchtet. Nicht so sehr von der Szene, sondern von der Lichtführung geht eine starke Dramatik des Bildes aus.

Für eine nähere Bestimmung ist gerade dieser Umgang mit Licht, der sich farblich durch die hell erleuchtete Kleidung von der Umgebung abhebt, sehr wichtig. Nicht so sehr die Generation um Troger, die das expressive Element in die österreichische Barockkunst einführte, sondern Künstler wie Franz Anton Maulbertsch bezogen neben der dramatischen Gestik der Figuren die Lichtführung in die Komposition ein. Vor allem in der frühen Schaffenszeit Maulbertschs aus den späten 40er und bis in die frühen 60er Jahre begegnet man dieser expressiven Ausnützung von Lichteffekten und Farbe. Oft beleuchtet eine vom Hintergrund ausgehende Lichtquelle Teile der Komposition, die wiederum durch eine mit weißer Farbe ausgeführte Fläche reflektiert wird (siehe Christus am Ölberg, Graz, Joanneum, Alte Galerie, Garas 1960, Abb. 5). Der starke Kontrast der weißen Farbe auf dem Gewand zu dem dunklen Hintergrund findet sich auch auf dem kleinformatigen in den frühen 50er Jahren entstandenen  Gemälde Allegorie des Erdteils Asien (Privatbesitz, Ausst.-Kat. Belvedere 2009, Katnr. 3). Ein weiterer Beweis für die Autorschaft Maulbertsch’s ist die plastische Gestaltung der Figuren, die sich in der sicheren Formfindung und ihrer nachvollziehbaren körperlichen Herauslösung aus dem Malgrund zeigt (M. Dachs-Nickel in Ausst.-Kat. Belvedere 2009, S. 96). Ein weiterer Beweis für eine Zuordnung an Maulbertsch stellt die in Kurven aufgebaute Komposition dar, die der Künstler vor allem in Arbeiten der 50er Jahre anwandte, wie z.B. die beiden Gegenstücke Opferung der Iphigenie und  Diana und Apoll (Garas 1960, Abb. 24 u. 25) zeigen. Ein sehr ähnlicher dreiteiliger Bildaufbau ist auch in dem Gemälde Ein heiliger Bischof segnet eine Tote (Christie`s, London, 9.12. 1994, Lot 95; Ausst.-Kat. Belvedere 2009, S. 97) zu sehen.

Maulbertsch hatte ab den frühen 60er Jahren  Werkstattgehilfen, von denen heute nur einige namentlich bekannt sind wie z.B. Josef Winterhalder d. Jüngere (1743 – 1807), der zwar Maulbertschs Formensprache übernahm, jedoch in einer eher spannungslosen und beruhigten Form. Da dieser Bozzetto eine derartig starke suggestive Wirkung trotz seiner sparsamen Farbgebung ausstrahlt, muss dahinter eine qualitativ starke Künstlerpersönlichkeit wie Franz Anton Maulbertsch gestanden sein.


Lit.:

K. Garas, Franz Anton Maulbertsch, Wien 1960.

M. Dachs- Nickel, Es muss nicht immer Maulbertsch sein, Die Ölskizzen und ihre Zuschreibungsproblematik, in: Ausstellungskatalog Belvedere 2009, Franz Anton Maulbertsch – Ein Mann von Genie (hrsg. von A. Husslein und M. Krapf), S. 93 – 108, Wien 2009.

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