clearer
Home
Gemälde
Zeichnungen
Porträtminiaturen
Aktuelles
Künstler
Über uns
Amartis
Kontakt
clearer

clearer

Heinrich F. FÜGER

Heilbronn 1751-1818 Wien


Die Herolde des Agamemnon fordern die Herausgabe der Briseis


Öl auf Leinwand, 48 x 62 cm



 

Preis:

  auf Anfrage


Dieses bisher unpublizierte Gemälde stellt einen wichtigen Beitrag im Werk des bedeutenden deutschsprachigen klassizistischen Künstlers dar (Keil 2009, WV 224).

Das im ausgehenden 18. Jahrhundert beliebte, aus Homers Ilias stammende, Thema schildert den Zwiespalt zwischen Liebe und Vernunft. Die Achilles als Sklavin zugesprochene Briseis wurde auch vom Heerführer Agamemnon begehrt, der seine Herolde aufforderte, sie zu holen. Füger schildert diesen Moment des Zwiespalts, in dem sich Achilles zwischen Gehorsam oder Widerstand befindet.

Das Gemälde ist in einer monochromen Malerei ausgeführt worden, die nur aus einer Abstufung von Grau- und Grüntönen besteht. Diese Art, malerische Effekte ohne zusätzliche Farbe zu erzielen, mußten die Schüler der Akademie in ihrem letzten Ausbildungsjahr erlernen. Dabei wurde der Pinsel wie ein graphisches Medium eingesetzt. Man könnte sagen, dass hier mit dem Pinsel gezeichnet wurde.

Vielleicht ist dieses Gemälde auch in Zusammenhang mit Fügers Lehrtätigkeit an der Wiener Akademie, die er seit 1783 als Vizedirektor und seit 1795 als Direktor leitete, entstanden. Zeitlich ist die Arbeit in die mittleren 80er Jahre oder frühen 90er Jahre des 18. Jahrhunderts anzusetzen, also in die Zeit nach seiner Rückkehr aus Italien, in der er begann, sich mit den Themen aus der antiken Geschichte intensiver auseinanderzusetzen.  Hier ist auch auf das Gemälde Tod des Germanikus (Österreichische Galerie Belvedere, Wien; Keil 2009, WV 169) hinzuweisen, das Füger 1789 als Aufnahmestück der Akademie überreichte. In der Harrach`schen Gemäldesammlung im Schloß Rohrau befindet sich ein Gemälde mit der Verurteilung einer Vestalin (Keil 2009, WV 216), das neben der monochromen Malerei auch in den etwas überlängten Proportionen der Figuren und den ausholenden Bewegungen Übereistimmungen mit unserem Ölentwurf aufweist.


Literatur: R. Keil, Heinrich Friedrich Füger, Nur wenigen ist es vergönnt das Licht der Wahrheit zu sehen, Wien 2009, S. 87, S. 269, WV 224, Farbabb. 37.


 


zurück zur Künstlerübersicht
clearer Anfrage