Johann Eusebius Alphen

Wien 1741 – 1772 Wien

Johanna Katharina von Pichelstein in rotem Kleid

Laut rückseitiger Insschrift: Maria Ehrenbruck/Bar. Aicheburg/ verwitwete Zois/ geborene Kappus Pichelstein

Aquarell auf Elfenbein, oval, 6 x 5 cm, gerahmt

Johanna Katharina Kappus von Pichelstein (1725 – 1798) war mit Michelangelo Zois (1694 – 1777) verheiratet. Michelangelo wuchs in der Lombardei auf und übersiedelte in das Herzogtum Krain wo er als Geschäftsmann zu einem der reichsten Männer des Herzogtums wurde. Dort heiratete er die Baronin Johanna Kartharina von Pichelstein, die ebenfalls aus einer angesehenen Krainer Familie stammte.

Die Miniatur ist sicher in die 60 oder frühen 70er Jahre des 18. Jahrhunderts einzuordnen und zeichnet sich durch eine sehr detaillierte Porträtauffassung aus. Die Gesichtspartien sind in zarten grauen und rosa Farbtönen gemalt, während für die Kleidung kräftigere Farben, mit Deckweiss gemischt, in sichtbaren Pinselstrichen ausgeführt wurden. Das ist eine Kombination, die von Künstlern ab der Mitte des Jahrhunderts angewandt wurde – und die in Frankreich geschult waren. In Österreich arbeitete vor allem Johann Eusebius Alphen, der ja zunächst in Frankreich gelernt hatte, in dieser Technik.

Aus einem Tagebucheintrag von Wolfgang Amadeus Mozart wissen wir, dass sich Alphen im November 1771 in Mailand aufhielt. Da auch Baron Michelangelo Zois sich öfters in Mailand aufhielt, kann die Miniatur in dieser Zeit entstanden sein. Nicht nur die Kleidung, auch das Alter der dargestellten Persönlichkeit passen in die Zeit.

Alphen war vor allem für die kaiserliche Familie in Wien tätig – einige Porträts der Kinder Maria Theresias sind 1768 datiert. Auch diese Porträts weisen eine starke stilistische Übereinstimmung mit der vorliegenden Miniatur auf. Werke von Alphen sind sehr selten.

Preis:   6.860 €